Rennberichte

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17. SKS-Bike-Marathon "Rund um Zierenberg" am 21. August 2016


Nach unserem Urlaub bzw. Trainingslager in den Alpen stand 2 Tage nach der Rückkehr unser Heimrennen in Zierenberg vor der Tür.

Bisher startete ich (Jörg R.) 5 mal in Zierenberg jeweils über die Mitteldistanz. Von Jahr zu Jahr vom Ergebnis zwar etwas besser, aber leider reichte es bisher noch nicht bis auf das Treppchen....

Das wollte ich dieses Jahr unbedingt ändern. Max und ich hörten vor Wochen schon, dass die Streckenführung geändert werde in diesem Jahr. Kurz entschlossen machten wir uns am frühen Samstag Abend zur Vorbelastung und Streckenbesichtigung auf ins benachbarte Hessenland.

Die Strecke gefiel mir bereits auf den ersten Trails sehr gut.... Auf 28 km und ca. 700 HM bot eine Runde viel Fahrspaß.

Am Sonntag morgen trafen wir dann auf unseren Teamkollegen Olaf der ebenfalls die Kurzstrecke in Angriff nehmen wollte, und Mathias Rose ein Trainingskollege aus Rösebeck. Dieser wollte aber 56 km fahren.

Wir drei Vertreter vom Bornekamp Racingteam sollten bei bestem Wetterbedingungen eigentlich in der Lage sein, auf der Kurzstrecke ganz vorne mitzumischen. Nach dem warm Fahren auf der neuen Rolle ging es in die Startaufstellung mit weiteren ca. 200 Fahrern. Bereits kurz nach dem Start konnte Max sich an die Spitze des Feldes setzen. Olaf und ich waren ebenfalls weit vorne im Feld positioniert. Nach ein paar Kurven ging Max allerdings kurz zu Boden. Ein blutendes Knie begleitete ihn nun auf seiner weiteren!!!! Fahrt. Nach kurzer Zeit fuhren wir schon auf die 15 Minuten vorher gestarteten Mittelstreckler auf. Von nun an gab es jede Menge Überholmanöver, die sich teilweise sehr schwierig und auch ziemlich gefährlich gestalteten. Nach der Hälfte der Distanz lag ich immer noch in den Top 10, und Max war schon nicht mehr zu sehen.

So ging es durch etliche Trails und kaum Asphalt wieder in die Stadt. Kurz vor der letzten Steigung setzte ich meinen Zielsprint an und konnte diesen endlich mal wieder gewinnen. Darüber war die Freude groß. Aber diese hielt nicht lange an, weil ich meinen Sohn Max im Zielbereich nicht finden konnte. Eigentlich hätte er schon im Ziel sein müssen, aber meine Frau bestätigte mir, dass Max noch nicht da ist. Sofort bin ich die Strecke in umgekehrter Richtung zurück gefahren. Nach 2 Kilometern kam mir Max „stinksauer“ entgegen. Er hatte sich verfahren.Aber ich war erleichtert...

Max hatte am Ende 2,5 km und 100 HM mehr gefahren als nötig und erreichte trotzdem noch als 3.in seiner AK das Ziel. Gut gekämpft und nicht aufgegeben. So macht man das.

Im Zielbereich überwog nach kurzem Frust bei Max, doch die Freude über ein sehr gutes Teamergebnis. Ich konnte meine Altersklasse gewinnen und Olaf erreichte, trotz des für ihn obligatorischen Sturzes, den sehr guten 3. Platz in unserer AK Senioren 2.


Ergebnisse:

Max: 26. Gesamt; 3.AK

Olaf: 12. Gesamt; 3.AK

Jörg: 5.Gesamt; 1. AK


Fazit:

Neue Strecke ist richtig super, und ich bin sehr glücklich über meinen Sieg im Heimrennen. Das wichtigste ist aber, dass wir alle relativ heile im Ziel ankamen und Max sich „nur“ verfahren hat.


Jörg


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Schon wieder Podium, was ist da los?

3h CC von Detmold am 21.08.2016


Die Rennsaison geht weiter. Nach einer mehr als ausreichenden Sommerrennpause, die für mich bereits Ende Mai mit dem 2. Platz in Dassel begonnen hat und nur von der Teilnahme bei Rad am Ring (Bericht s.u.) unterbrochen wurde, war gestern Schluss mit dem Lotterleben und es wurde wieder kräftig gekurbelt. Mit einer angesetzten Dauer von 3 h nach Rad am Ring eher so etwas wie Kurzstrecke dachte ich noch auf der Hinfahrt. Haben Siggi und ich doch dieses Jahr ausreichend Grundlage gelegt, um einer solchen Herausforderung mit einer angemessenen Respektlosigkeit entgegen zu sehen.


Angekommen am Veranstaltungsort das Übliche:
- Startunterlagen holen („Yippie, eine neue Trinkflasche im Starterbeutel“)
- Bekannte anquatschen („ah in und über die Alpen wollt ihr, sehr schön“)
- mögliche Konkurrenten ausmachen (viele rasierte dünne Beine, das sind die Gefährlichsten!)
- und zurück zum Bus und aufrödeln („hast du n Seitenschneider dabei?“)


Dann nochmal kurz die Runde abrollen, um sich die Strecke zurück ins Gedächtnis zu rufen. War fast alles so wie beim (für mich) letzten Mal 2013. "Geht ja die Runde" denkt man da noch vor Selbstüberschätzung strotzend.


…und dann ging’s auch schon los: Ab in die Startaufstellung und die Nervosität möglichst unbemerkt unterdrücken. Immer wieder schön, diese Anspannung vor dem Startschuss, da kann die Veranstaltung noch so klein sein, 3 Minuten bevor’s los geht wird der Puls dreistellig, herrlich! Vor allem und gerade weil das auf dann absehbare Zeit erstmal der letzte Moment ist, in dem die Beine nicht brennen und man noch zu anderen Gedanken fähig ist als „den da vorne kassiere ich noch“ oder „der da hinten kriegt mich nich“.


Wie immer in diesem Jahr ging’s am Anfang richtig schnell los für mich, leider (auch wie bisher immer) nur die ersten 5 Minuten, dann der übliche Einbruch und das Ziehenlassen der Konkurrenten. Nach kurzer Schwächephase konnte ich das Tempo aber konsolidieren und habe mir die ersten Runden einen netten Schlagabtausch mit Michael Heidschuster und Ruben Penner vom Veranstalterteam Bike Sport Lippe geliefert. Während ich Michael bald hinter mir lassen konnte, hat mich Ruben klassisch abgekocht. Erst mit Psychodruck vom Hinterrad aus schön das Tempo hoch gehalten, dann in ein kurzes Gespräch verwickelt, um dann gnadenlos das Tempo anzuziehen und mich so stehen zu lassen. Da war leider nix zu machen für mich, der Ruben war einfach schneller als ich. Aber alles halb so wild, der ist ja auch 19 Jahre jünger.


Ein anderes Kaliber waren da Graham Pinkney und Dirk Lange (Eulenexpress), beide zunächst mal auf und davon, nur in diesem Fall leider in meiner Altersklasse unterwegs. Während für Graham die Strecke wohl besser gepasst hat als Dassel, wo ich ihn noch knapp hinter mir lassen konnte, war Dirk heute eher meine Leistungsklasse.


So zogen wir also unsere Runden, der Nachmittag zog ins Land, Graham zog davon und ein Regenschauer auf. Das hat die ansonsten in bestem Zustand angetroffene Strecke leider an einigen Ecken etwas rutschig gemacht. Während mir nur einmal kurz das Hinterrad weggeschmiert ist, hat’s den Philip geschmissen und sein Hinterrad zerdengelt. Ärgerlich, weil er zu diesem Zeitpunkt gut im Rennen lag und wegen schleifenden Reifens leider aussteigen musste.


Zum Schluss wurde das Wetter aber wieder gut und eigentlich hätte einer entspannten Zieldurchfahrt nichts im Wege gestanden. Eigentlich, wenn da nicht 3 Runden vor Schluss völlig unnötig Volker Krüger (RC Endspurt Herford) von hinten gekommen wäre. Es zog natürlich sofort Punkt zwei vom Beginn des Textes (die Älteren erinnern sich: „der da hinten kriegt mich nich!“). Dumm nur, das der Volker so eine Art Kampfschwein ist und sich Runde für Runde näher herangebissen hat, was der Umsetzung des Plans „lockerer Zieleinlauf“ einen satten roten Strich durch die Rechnung gemacht hat. Also musste ich in der letzten Runde nochmal alle Register ziehen und so kam es, dass ich auf dem letzten Loch japsend aber sehr glücklich, weil vor Volker, im Ziel eingerollert bin. Auch wenn das im Ergebnis nix geändert hätte, denn der Volker ist als Jungspund von gerade mal 47 Jahren in der Jungendwertung unterwegs und somit kein direkter Konkurrent. Aber „der dahinten“ sieht eben keine Unterteilung Altersklassen vor…


Im Ziel dann war die Freude aber auch deshalb groß, weil sich herausgestellt hat, dass durch konsequentes Umsetzen von Punkt 1 ("den da vorne...") Platz 3 in der Altersklasse herausgesprungen ist. Und das sozusagen unmittelbar nach dem 2. Platz in Dassel! Ich glaube ich hab 'n Lauf!


Ergebnisse:

Vokkar: 3. Platz AK, 21. Gesamt

Siggi: 5. Platz AK, 38. Gesamt

Philip: 6. Platz AK, 31. Gesamt

 

Fazit: Lange Renn-Pausen können sich auch auszahlen – manchmal.


Vokkar

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Marathon Nordenau am 14.08.2016


Am vergangenen Samstag ging es zum Marathon nach Nordenau.

Die 64er Runde sollte es werden, erst 38 und dann nochmal eine 26er Runde.


Schon beim Startnummer abholen auf 550m Höhe wurde klar, das wird heute kein Zuckerschlecken. Und so war es dann auch...


Zunächst der Start aus der ersten Reihe vom Hobby Block auf einer matschigen Wiese. 3-2-1, und durchgedreht. Scheisse. Trotzdem mal eingeklickt, versucht loszufahren, ging nicht. Wieder raus... und dann war das halbe Feld vorbei! Mit einem riesen Aufwand ging es die ersten 15 Minuten in vollem Tempo den ersten Anstieg hoch, und dann war man auch schon in der Top 30. Die ersten Abfahrten waren, wie schon gedacht, matschig, aber ich war zu schnell und wäre fast weggerutscht.


Es fand sich keine wirklich gute Gruppe und so fuhr ich alleine mit Kai am Hinterrad über die ersten 38 KM des Rennens, welche in einer steilen Rampe zum Start/Ziel endeten. Ab der zweiten Runde, welche bedeutend härter war und viel steilere Abschnitte als die erste Runde parat hatte, fehlte mir etwas die Kraft und ich musste in den Flachpassagen immer erst wieder auf Kai auffahren, bevor ich mich an die Spitze setzen konnte. Das Hinterherrollen in den Abfahrten bei einigen Langdistanzlern oder "Ichkannschnellhochabernichtrunter"-Marathon-Fahrern machte es für die Gesamtplatzierung auch nicht einfacher. Anzumerken ist, das einige Abfahrten tatsächlich bei dem nassen Wetter recht technisch waren/wurden.

Nach ca 2:15 kam dann der längste und steilste Anstieg, an dem ich Kai, welcher mit dem 34er Blatt und gesparter Kraft noch gut hochkam, fahren lassen musste. Ab hier verlor ich dann langsam auch die Motivation, wurde das Rennen doch nicht schneller und die Anstiege geboten, auch aufgrund des Matsches, zum Schieben (!!). Zunehmender Flüssigkeitsmangel endete auch zeitweise in Krämpfen, weshalb ich dann noch mehr rausnehmen und mit Grundlagentempo (soweit es dann mal ging) rumeierte. Am Ende konnte ich mich nochmal motivieren, zwei Fahrer zu überholen, aber das war auch kein Trost mehr, da ich schon so weit zurückgefallen war. Nach 3:26 war ich dann froh, nicht mehr die Rampe vorm Ziel fahren zu müssen, da die Zufahrt in der zweiten Runde anders gelöst war.


Fazit: Wieder mal Mitteldistanz versucht und ein Matschrennen abbekommen (wie in Biesenrode), wieder aufgeplatzt, wieder keine Gruppe...

Platz 40 Gesamt und 12 Ak sind somit deutlich unter den Möglichkeiten

- am Ende bin ich froh, ins Ziel gekommen zu sein, da 60 DNF´s schon was heißen sollen.


Philip

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Bikenight Flachau am 13.08.2016 oder auch: „Am Gipfel der Gaudi“


Auch in diesem Jahr hat es uns (Jörg & Max) in der Sommerzeit wieder ins schöne Österreich nach Saalbach / Hinterglemm getrieben. Bereits zum vierten mal in Folge hat sich der Ort als beste Möglichkeit bewiesen, Familienurlaub mit Bikeurlaub zu verbinden. Doch in diesem Jahr wurden erstmals die Enduroräder gegen die Leichtgewichträder ausgetauscht. Die Priotität liegt also eher auf den Uphills statt den Downhills. Und wenn man die renntauglichen Räder schonmal dabei hat, wieso sollte man dann kein Rennen fahren ? Da ließen wir uns natürlich nicht lumpen und meldeten uns kurzer Hand für die Bikenight Flachau an. Nicht zuletzt haben uns etliche Werbebanner der Veranstaltung und das äußerst verlockende Preisgeld dazu geleitet, bei der Bikeparty im dunkeln zu starten. Mit voller Euphorie und festen Ambitionen machten wir uns am Samstag gegen frühen Nachmittag auf zum Veranstaltungsort. Unsere Erwartungen sind vorher zugegebenermaßen ins unrealistische ausgeartet. Diese gingen soweit, dass schon fest mit den Siegerprämien geplant wurde (natürlich mit leichter Ironie im Hinterkopf). Jedoch dauerte es nicht lange, bis all diese Spekulationen von jetzt auf gleich Geschichte waren. Grund dafür waren in erste Linie Worte wie „Profi, Profi, Weltmeister, Profi, Deutscher Meister, Profi, Profi usw.“, die lautstark im sekundentakt durch das Mikrofon tönten. Gemeint waren die Fahrer, die zur Quali bereit standen. Aber was solls, erstmal hieß es eine Quali Runde in die Strecke zu brennen, um am Start in der ersten Reihe zu stehen. Allerdings war das leichter gesagt als getan. Ohne jegliche Streckenkenntins und komplett kalt (was im Endeffekt weniger schlimm war, der Berg ist schließlich lang genug) stürtzten wir uns auf die Rennstrecke. Nach 6 Kehren und 200 Höhenmetern standen wir dann vor der Hermann Maier Weltcupstrecke. Bei der Abfahrt fühlte man sich wie ein Skifahrer, denn gerutscht und geschlittert ist man ähnlich. Auf die Weltcupstrecke folgten einige Verbindungsstücke über die Straße mit eingebauten Treppen und Holzbalken. Nach einem kurzen weiteren Anstieg hatte man die Runde geschafft. Mit einer Zeit von 13.19 min landete ich auf dem 29. Gesamtplatz. Leider qualifizierte man sich nur unter den ersten 20 für den Startblock 1. Knapp daneben ist auch vorbei! Nachdem wir uns noch mit Nudeln gestärkt hatten und noch live bei der 5. Internationalen Quitscheentenweltmeisterschaft mit prominenter Besetzung dabei waren, ging es auch schon bald in die Startaufstellung. Ich baute vorher noch mein Licht an, während sich Jörg mehr oder weniger freiwillig dazu entschlossen hatte, das vordere Licht weg zu lassen und nur das hintere anzubringen. Auf der Strecke war zwar nicht unbedingt ein Licht nötig, aber an manchen Stellen wäre es wohl doch besser gewesen. Im Startblock überschlugen wir nochmal schnell, wie viele Runden wir fahren wollen. Letztendlich haben wir festgelegt, dass wir mit 8 an der Zahl zufrieden seien können. Gefahren wurde nämlich 2 Stunden auf dem ca. 4,5km langen Rundkurs.

Und dann viel auch schon der Startschuss und wir gingen aus mittlerweile schon ungewohnter Position ins Rennen. Zu meinen Gunsten kam dann direkt der Berg, sodass ich mich gut durch das Feld arbeiten konnte. Am Anfang der dritten Runde, im Berg, überholte ich die führende Frau. Nach vier Runden und knapp einer Stunden kam es dann zum Flaschenwechsel. Dort dann auch der erste Einsatz unserer mitgereisten weiblichen Unterstützung, bestehend aus Maya und Anja. Der Wechsel klappte super und ich verlor überhaupt keine Zeit. An dieser Stelle muss ein großes Lob an die Frauenfraktion ausgesprochen werden, die jede Runde lang anfeuerte und gefeiert hat, als wäre man auf dem ersten Platz. Das macht die ohnehin schon einzigartige Rennatmosphäre noch viel besser. Ich hoffe wir können beim kommenden Heimrennen in Zierenberg wieder davon profitieren.

Nach der Flaschenübergabe in Runde 5 merkte ich, dass die Beine keine Lust mehr hatten. Es wurde immer härter und im Anstieg überrundete mich dann der Erstplatzierte. Dennoch blieb mir nichts anderes übrig, als am Berg Gas zu geben, denn die XX1 Übersetzung bot mir keinen leichteren Gang. Also holte ich von Runde zu Runde immer mehr Konkurrenten am Berg ein, darunter jede Menge überrundete. Nach der Zieldurchfahrt meiner achten Runde waren von den 2 Stunden noch genau 4 min übrig. Das heißt: noch eine Runde! Den Berg hoch ging es noch ganz gut, auf der Weltcupstrecke wurde es von Runde zu Runde immer technischer. Mittlerweile war jeder zweite Fahrer, den man überholte von einer Matschschicht überzogen. Ich fuhr die Abfahrt ohne Risiko, aber immer noch mit gutem Tempo. Zum Glück blieben wir beide sturtzfrei! Bei der Zielankunft war eine klasse Stimmung und ich war mit meinen 9 Runden sehr zufrieden. Wenig später traf ich auf Jörg, der unsere persönliche Zielsetzung von 8 Runden ebenfalls erfolgreich gemeistert hatte. Auf den 8. Platz bei den Senioren kann er wirklich sehr stolz sein!


Ergebnisse:

Jörg: 8. Senioren, 8 Runden

Max: 23. Herren, 9 Runden


Fazit:

Unser erstes Rennen unter staker internationaler Besetzung verlief äußerst gut und erfolgreich. Die Strecke war sowohl technisch als auch konditionell sehr anspruchsvoll. Alles in allem ein klasse Event.


Max

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Rad am Ring 24h Rennen (MTB) 30.07. / 31.07.2016


Eine Woche nach der Rückkehr aus meinem dreiwöchigen Urlaub mit selbst verordneter Radfahrabstinenz sollte es schon wieder auf die Rennstrecke gehen. Aber es ging ja nur um eine lockere 4er-Teamveranstaltung und so freute ich mich doch auf ein gemeinsames BRT – Wochenende.

Am Freitag holten mich Jörg und Max mit dem Wohnmobil ab – für Komfort war also gesorgt! Nachdem wir das Gelände erreicht hatten, trafen wir auf Olaf, der mit Marion und ihrer Schwester Inga angereist war. Mitgebracht hatten diese eine halbe Kücheneinrichtung und eine Versorgung, die den Ansprüchen jedes Profiteams gerecht geworden wäre: selbstgebackene Riegel und Muffins, Smoothies, Milchreis, Nudeln...

Abends versuchten wir noch die MTB-Strecke abzufahren, was aber mangels Orientierung nicht wirklich gelang. Dafür trafen wir unsere verwegenen Einzelfahrer Volker und Siggi und verbrachten noch eine nette Runde mit Planungen für den nächsten Tag.

Nach einer erholsamen Nacht im Wohnmobil ging es am Samstag um 12:30 Uhr los. Max übernahm die erste Runde, gab sofort Vollgas und ließ wie gewohnt einen Großteil der Mitfahrer hinter sich. Dann übernahm Jörg und konnte ebenfalls beste Rundenzeiten unter 20 Minuten auf dem 9 km langen Rundkurs fahren. Wir wechselten nach jeder Runde den Fahrer, zunächst je zweimal zwischen Jörg und Max und danach übernahmen Olaf und ich. Meine erste Runde lief allerdings weniger gut. Auf den Trails und den Schotterstrecken hoch zur Nürburg ging es einigermaßen voran, aber zurück auf der Straße, wo wir zusammen mit den Rennradfahrern gemeinsamen auf der eigentlichen Rennstrecke des Nürburgrings unterwegs waren, stellte ich auf einmal fest, dass ich der einzige MTB -Fahrer weit und breit war. Sch... ich hatte die Abfahrt zurück auf die MTB-Strecke verpasst! Dabei ist doch mein Orientierungssinn sonst so meine Stärke ;-) Also umdrehen und zurück auf die richtige Strecke. Nach 24 Minuten wechselte ich endlich wieder mit Olaf. Ärgerlich, aber die nächsten Runden liefen immer besser und es machte immer mehr Spaß auf der Strecke richtig zu ballern. Dabei wurden wir von unserem unermüdlichen Zweierfanclub angefeuert und immer wieder motiviert.

In der Nacht wurden die Zeiten langsamer und es wurde langsam immer zäher, die etwa 170 hm pro Runde zu fahren. Aber wir hatten uns im Feld auf den 3. Platz vorgearbeitet und wollten diesen auf jeden Fall halten. Jörg und Max fuhren in der ersten Nachthälfte, dann übernehmen Olaf und ich. Das Fahren bei den ersten rötlichen Streifen des aufkommenden Tageslichts gegen 5 Uhr gehört zu den besonderen Erlebnissen, die wohl nur ein 24h Rennen bieten kann.

In den letzten Stunden des Rennens hieß es nochmal, die letzten Kräfte zu mobilisieren und alles zu geben. Olaf ließ sich das nicht zweimal sagen und nahm bei mehreren Stürzen weder auf seinen Körper noch auf sein Material Rücksicht, mit der Folge zerschundener Beine und eines abgerissenen Schaltwerks. Auf Jörgs Rad fuhr er dann seine letzten Runden. Aber auch Max, Jörg und ich setzten die Muffins und Riegel am Morgen nochmal ordentlichen in Vortrieb um, sodass wir unsere Position bis zum Ende halten konnten und wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden waren!


Fazit: tolles Teamerlebnis und für mich das Highlight der Saison!

Danke an Marion und Inga!


Ergebnis: Platz 3 gesamt und Platz 1 AK mit 65 Runden


Oliver

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Rad am Ring 24h Rennen (Rennrad) am 30.+31.08.2016

Oder: Überdosis


Dieses Jahr war er fällig der Ring, die grüne Hölle, die Nordschleife, …

Nach dem „Warmfahren“ in 2014, als Siggi und ich noch im 2er-Team die Pussy-Variante gewählt hatten war dieses Jahr unser erstes „echtes“ 24h-Rennen fällig.


Schlau, ja geradezu gerissen war die Strategie, diesen Plan bereits im Winter zu schmieden. Ist in dieser vom Laktatentzug geprägten Zeit das Fleisch zwar schwach, der Geist aber latent übermotiviert und so war es kein Problem erstens den Siggi zur Kollaboration zu überreden und zweitens die Anmeldeprozedur zu vollziehen, bevor leise Zweifel diesen in seiner Schlichtheit ebenso überwältigenden wie ambitionierten Plan vereiteln konnten.


Die folgenden 8 Monate können wir getrost vorspulen, waren diese doch recht einseitig von überwiegend Grundlagentraining geprägt. Hier hat der milde Winter uns eindeutig in die Karten gespielt.


Kommen wir also zur Gegenwart, bzw. dem Geschehen am just vergangenen Wochenende. Die Übermotiviertheit war inzwischen einem Wechsel zwischen Nervosität und Selbstzweifel gewichen, das BRT-Mobil war gepackt und Siggi und ich haben ein letztes Mal unsere Familien umarmt und sind gen Eifel gestartet. In diesem Moment war die Pussy-Variante bereits eine durchaus diskutable Alternative geworden. Aber wir sind ja keine einfachen Hobbyradler, sondern Bornekamp-Racer und daher von aus Natur dafür prädestiniert diesen „Job“ durchzuziehen. Und einer muss es ja schließlich machen.


Angekommen am Ring haben wir nur kurz das Mobil auf die Parzelle gestellt und Transponder und Startunterlagen abgeholt. Vorzubereiten war ja wenig, wir wollten uns da mehr aufs Radfahren konzentrieren. Anschließend haben wir dann das 4er-MTB-Team besucht, das mit Unterstützung durch Marion und Inga einen durchaus beeindruckenden Servicepoint eingerichtet hatte (Bericht aus MTB-Sicht folgt, und so viel sei verraten: Es hat sich gelohnt!)


Nach kurzem Fachgesimpel ging es dann bald ins Nachtlager, um bei lauschigem Massivregen die Nacht zu durchwachen. Ganz gut eigentlich, bot dies doch die letzte Gelegenheit, den Schlafentzug während des Rennens zu trainieren, aber eigentlich wäre echter Schlaf wohl auch ganz gut gewesen.


Der Samstagmorgen war dann geprägt von übermäßiger Kohlenhydrataufnahme und vorbereiten des Geräts. Noch kurz den MTB-Kollegen Glück und Spaß gewünscht und ab in die Startaufstellung auf der Start/Ziel-Geraden. Hier mussten wir dann erfahren, dass es sich bei den 24h in der grünen Hölle um eine Mogelpackung handelte. Start war erst um 12:25 Uhr und Zieleinlauf bereits um 11:45, das sind doch dann nur 23h und 20 Minuten überschlug ich kurz oder anders gesagt: Skandal! Bevor ich jedoch eine Eingabe bei der Rennleitung machen konnte erfolgte der Start und nun hieß es ja einmal mehr „keine Zeit verlieren“, jedenfalls nicht noch mehr.


Also los, dann hinein ins Vergnügen: Ist die Start/Ziel-Gerade in der Eifel doch auch gleichzeitig der höchste Punkt der Rennstrecke und das heißt ja dann erstmal ein paar Kilometer bergabrollern. Zielvorgabe war ein Puls von 115 bis 125 Schlägen pro Minute, also eher niedrig angesetzt. Das ließ sich allerdings bergab schon nicht umsetzen. Ab der Ortsdurchfahrt Breidscheid war dann natürlich der Plan nur noch Makulatur. Egal, hieß das doch immerhin auch, dass man zumindest zu Beginn noch einigermaßen im Feld mitschwimmen konnte und so ging‘s dann eben mit 140 – 160 Schlägen/Min. zu Hohen Acht rauf. Hier zeigte sich schon in der ersten Runde, dass die Wahl von Kompaktkurbel in Kombination mit MTB-Kassette goldrichtig war. Hatte ich doch so einen kürzesten Gang von 34/32, ja genau fast 1:1, geniale Taktik.


Zurück am Bus war’s dann recht einfach: Wechsel? Gibt’s nicht! Also einfach weiter in die zweite Runde. Beine waren natürlich noch gut, alles andere wäre ja auch fatal gewesen. Nach vier Runden und gut 100 km dann die erste kurze Pause zum kurzen Dehnen und Strecken. Wurde dann aber recht schnell langweilig am Bus, zum Reden war ja auch niemand da (außer immer mindesten einem netten Nachbarn, die im Zweierteam gestartet waren). Also weiterfahren.


Ist schon interessant, wenn man immer wieder dieselbe Strecke abfährt, immer und immer und immer und immer wieder. Und was man so alles bemerkt:
Ah, da ist wieder die platt gefahrene Banane.
Oder „Oh, schon wieder an dem platt gefahrenen Müsliriegel vorbei.
Oder „Kommt nicht gleich die platt gefahrene Waffel? Unglaublich wie platt die ist.
Oder „Upsi, schon der zweite Feuersalamander (plattgefahren).
Und was die Leute so alles auf die Rennstrecke malen, ich glaube ich bin noch nie so oft an einem Tag über (schlecht gemachte) Penis-Skizzen gefahren. Und Jens liebt übrigens Nina aber ne ganz große Nummer scheint Andy zu sein auch wenn er scheinbar nichts mit Nina hat…


Ja, es war eine ganz neue Erfahrung für mich, dass einen ein Radrennen innerlich so entschleunigen kann. Vollkommen der Tiefenentspannung hingegeben zog langsam die Nacht auf und wir zogen weiter unsere Runden.
Dabei überholt werden? Egal.
Dafür den Schnelleren Platz machen? Gerne.
Hungergefühl? Ach, gleich kommt doch die Verpflegungsstelle.
Lampenakku gleich leer? Ach, muss ich gleich am Bus wechseln.
Wird schon wieder hell? OK.


Das Morgengrauen war dann jedoch auch ein ebensolches und brachte neben dem Tageslicht auch einen eher unerwünschten Begleiter mit: Den Durchhänger und kaum war der da, hat er seinem alten Kumpel dem Schweinehund die Tür aufgemacht. Anders ausgedrückt: Um 7 Uhr morgens war die Luft raus. Die ursprünglich angepeilten Pulswerte waren inzwischen nur noch in Spitzen erreichte Grenzwerte. Gut, könnte man sagen: Am Anfang zu hoch, jetzt zu niedrig, gleicht sich im Mittel doch super aus und der Durchschnitt stimmt wieder. Ist dann aber doch irgendwie anders und so blieb mir nix anderes, als mal n Stündchen den Sattel gegen einen Campingstuhl zu tauschen und die Augen zu schließen.


Derart maximalsterholt ging es nach kurzer Reparaturanleitung für Siggi, dem eine Speiche gerissen war, zurück auf die Strecke und was soll ich sagen, nach kurzem Warmfahren ging es wieder mit richtig Druck auf dem Pedal durch die Hölle, die grüne. Herrlich, einfach wunderbar. Das ist nebenbei auch eine Lehre für’s Leben: Eine Stunde Schlaf reicht völlig! Der nächste Test sollte sich dann auf das Feintuning dieser Optimierungsmaßnahme konzentrieren, vielleicht geht’s ja auch mit 45 Minuten Schlaf pro Tag?! Zumindest wenn man die restliche Zeit mit Radfahren ausfüllt!


Drei Runden habe ich dann noch geschafft und bin so auf genau die angepeilte Rundenzahl von 18 gekommen. Es wäre sogar noch eine 19. drin gewesen, aber wir wollen ja nicht übertreiben. Und insgeheim war ich dann auch eigentlich ganz dankbar, dass es sich beim RaR nicht um ein 24 sondern ein 23,333-Stunden Rennen handelt. Vielen Dank dafür, Einspruch vom Anfang zurückgezogen.


Ergebnisse:

Vokkar: 16. AK, 53. ges., 18 Runden

Siggi: 31. AK, 91. ges., 15 Runden


Fazit: Nie wieder! Also frühestens nächstes Jahr.


Vokkar

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4.Lauf XCO-NRW-Cup in Pracht am 10.07.2016


Nachdem wir (Jörg, Max und ich, Philip) schon am Samstagabend nach der Marathon DM nach Pracht gereist waren und die Strecke begutachteten, konnte am Sonntag dann ja alles glatt laufen.
Die Strecke war technisch anspruchsvoll, mit steilen Anstiegen und auch coolen Verbindungsstücken. Bedingt durch den für die Hobbyklasse späten Start um 15:30 konnten wir uns vorher die anderen Rennen ansehen.
Selbst bei der U11 und U13 ging es schon ganz schön zur Sache, da waren wir echt begeistert.

45 Minuten vor unserem Start fuhren wir uns auf der Rolle warm, und dann ging es auch schon aus der dritten Reihe mit zumindest ganz guten Beinen los. Da die Runde bergab startete, war es schwer, sich anfangs nach vorn zu arbeiten. Jörg und Max konnten sich hier schon gut platzieren.
Dies gelang aber nach und nach, und so fuhr ich, gefühlt im Mittelfeld, meine Runden. Berghoch konnte ich meist etwas nach vorne waren, was ich dann im Flachen und Bergab wieder verlor - wobei es für meine Verhältnisse schon sehr gut lief.
Durch die Hitze war der Flüssigkeitsbedarf natürlich recht hoch. Als nach Runde 3 die große Flasche fast leer war und nur noch die kleine am Rand stand, begann ich, jede Runde ein Gel zu nehmen. Mit zunehmender Rundenzahl wurde der lange Anstieg mit dem 34er Blatt nicht leichter, auch die Belastung von gestern machte sich bemerkbar. Da aber niemand in meinem Alter vor oder hinter mir war, fuhr ich mit einem Holländer mehr oder weniger immer wieder zusammen. Die Durchsage "Platz 5 der Herren" machte mir Mut auf einen Platz bei der Siegerehrung, wurden doch bisher und am Vormittag auch immer die ersten 5 geehrt. Den Platz konnte ich dann auch halten... und wieder nichts. Gestern mit Platz 6 Ak einen Platz dran vorbei, wurden jetzt nur noch die Plätze 1-3 geehrt.
Jörg und Max konnten ihre Rennen trotz der Belastung gewinnen, nicht zuletzt durch die Aussicht auf den Gesamtsieg bzw. die Gesamtführung. Laut Max war das sein "bestes Rennen seit Langem". Das Finale des NRW-Cups in Remscheid findet am 25.09.2016 statt.


Philip

- 1 - - 2 - - 3 - - 4 - - 5 - - 6 - - 7 - - 8 - - 9 - - 10 - - 11 - - 12 - - 13 -

Erstellt von Bornekamp Racingteam