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Cannondale FSI am Gardasee - Kurzeindruck


Ciao vom Lago, dem Epizentrum übergrosser Pizzen und megageilen Trails. Zwar bin ich im Familienurlaub, das heißt jedoch nicht faulenzen. So hatte ich heute Gelegenheit, das neue FSI, allerdings in der Aluversion zu testen, wo doch viele meiner Teamkollegen auf Hardtails schwören. 
Mal abgesehen von den nicht ganz so wertigen Komponenten gefiel mir die Geometrie sowie die Lefty 2.0 ausgesprochen gut. Die bleischweren Laufräder machten sich deutlich bemerkbar, wodurch man das eigene Material wieder ganz anders zu schätzen weiß - die Physik lügt nun mal nicht. Und so hatte ich die ersten 1200 hm auch ganz gut zu tun, Bestzeiten auf der Ronda Piccola waren damit nicht zu erzielen. Das Handling im Trail gefiel durchaus, trotzdem etwas zufiel Rumpeldiepumpel für meinen Geschmack - weniger Kontrolle = weniger Speed.
Übel fand ich es dann im Trail bergauf, die ständigen Schläge nerven und haben mich mal wieder in meiner Fullywahl bestätigt. Auch das Aufschaukeln des Hinterrades - ja auch bei konzentriertem runden Tritt ging mir auf den Sack.
Mittwoch steht nun das Scalpel an, leider auch in der Aluversion. Bin gespannt.

Dirk


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Vogesentour 2016
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Auf in die ferne Welt...

Samstag 30.04.2016; 
Holzminden – Gießen; 201,8 km, 1537 hm

Vokkar:

Ebenso voll wie mein Rucksack mit Zeuch war ich mit Erwartungen und so ging es los auf große Fahrt mit „der Gerät“ Richtung Gießen, um dort Olli zu treffen und mit ihm gemeinsam weiter zu fahren. Nach der Woche Ruhepause standen die Beine voll im Saft und so war die Strecke noch keine echte Prüfung. Das war dafür bereits jetzt die Wegsuche mit ihrem Höhepunkt auf einer Autobahn-ähnlich ausgebauten Bundesstraße. Überhaupt sollte sich die Suche nach dem Weg als die eigentliche Herausforderung dieser Tour herausstellen. Immerhin: Ich war ausnahmsweise mal vor Olli am Ziel! Am Abend haben wir dann unsere Speicher schön mit gerösteten Erdnüssen wieder aufgefüllt und mit alkfreiem Weizen auf die Weiterfahrt angestoßen.


Dortmund – Gießen; 192 km

Olli:

Heute ging es los auf die große Fahrt in die Vogesen und damit auf meine bisher weiteste Ausfahrt mit dem Rad. Zunächst war aber „nur“ die Strecke nach Gießen zu bewältigen und dazu kam mein neues Rennrad zum Einsatz.

Der Start erfolgte bei Regen, der zwar nicht heftig aber beständig war. In der Nachbarstadt Hagen hatte ich dann auch trotz Überschuhen bereits nach 30 Minuten nasse Füße! Keine schönen Aussichten für die nächsten 170 Kilometer! Nach schlappen 3 Stunden hörte der Regen aber auf und später wurden die Straßen sogar wieder trocken. Auf der Weiterfahrt konnte ich mit der Unterstützung des Fahrtwindes auch langsam trocknen und ich kam ohne weitere Probleme gut voran. Nach 192 km, die ich in guten 7:35 h bewältige, erreichte ich die Jugendherberge in Gießen und traf dort auf Volker. Der bewährte Treffpunkt, den wir bereits auf unserer letzten Langstreckentour zum Kaiserstuhl vor 5 Jahren genutzt hatten, war wenig verändert und wir nutzten den Abend für weitere Planungen und natürlich den Austausch von jeder Menge Radlerlatein.

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Langstreckengeräte

Sonntag 01.05.2016; Gießen – Kaiserslautern; 212,1 km, 2130 hm

Vokkar:

Nach Spitzenfrühstück in der Jugendherberge ging's von Gießen dann zu zweit weiter. Noch optimistisch was die Suche nach dem rechten Weg angeht, hatte Olli doch speziell zu diesem Zweck in ein Gerät der Marke Garmin investiert, um gegenüber der letzten Gewalttour 2011 zum Kaiserstuhl die Zielorientierung zu optimieren. Zeitnah haben wir dann festgestellt, dass wir allerdings deutlich zu wenig Zeit in die Einarbeitung der Bedienung des Gerätes investiert hatten. Also war wieder „nach Karte fahren“ angesagt, inklusive der der zugehörigen und hinlänglich bekannten Nachteile (Anhalten, suchen, rätseln, fragen, umkehren, nochmal suchen, jemand anderes fragen, usw...). An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Radreisekarten vom ADFC nix aber auch reineweg ganz und gar nix taugen (!).

Immerhin haben wir zuverlässig unseren Weg auf und über den großen Feldberg im Taunus gefunden (kann man bestimmt auch umfahren, nur wir eben nicht). Auf der Abfahrt sind wir dann auf das Teilnehmerfeld des „Radklassikers 1. Mai“ aufgelaufen. Hat direkt in den Beinen gejuckt, aber wir waren ja nicht im Rennmodus unterwegs. Immerhin hat's für ein Foto bei einer lokalen Blitze gereicht ;-).

Der Tag und die Strecke haben sich dann aber doch recht in die Länge gezogen und so haben wir kurzfristig umdisponiert und bereits in Kaiserslautern die Etappe beendet. Hat dann um kurz vor 8 auch gereicht für den Tag, wir waren da auch schon knapp 11 Stunden im Sattel.

Diesmal gab's dann aber abends in der Stadt ordentlich was auf die Gabel, jedenfalls für mich, Olli, vertraut der Kraft des Salatblattes.

 

Olli:

Nach einem ordentlichen Frühstück ging es morgens weiter Richtung Süden. Die Windrichtung und das Wetter (Sonne!)  waren vielversprechend und so radelten wir frohen Mutes los. Erstmalig kam heute mein neues Garmin-Navi zum Einsatz. Der Umstand, dass sowohl die vorangegangene Lernphase als auch mein technischer Verstand als eher begrenzt zu bezeichnen sind, machte die Bedienung nicht unbedingt einfacher. Dazu hatten die Entwickler offensichtlich Spaß daran, das Bedienfeld als Knobelaufgabe zu programmieren, sodass die vorgegebene Möglichkeit des Navis ein „Adventure“ zu unternehmen bei jeder Ausfahrt zum Programm wurde. Das Ergebnis war, dass die Bedienung des Gerätes mehr Zeit kostete, als uns die Navigation einbrachte. Volker nahm das Ganze etwas weniger gelassen als ich und sein heutiger Kalorienverbrauch dürfte zu etwa 50 % auf Wutanfälle anlässlich der Navigation zurückzuführen sein.

Aber wir schafften es am Ende des Tages trotz Navi aber Dank mitgeführter Straßenkarten doch noch in Kaiserslautern einzurollen und in einem sehr netten Hotel mit unterhaltsamem Chef einzukehren.

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Sahneradweg!

Montag 02.05.2016; Kaiserslautern – Gérardmer; 244,9 km, 2372 hm

Vokkar:

OK, gestern die Etappe verkürzt, also heute: Die Königsetappe. Frisch erholt und mit ordentlich Rückenwind ging's auf Sahneradwegen entlang der Saar Richtung Vogesen. Wettertechnisch war also alles im grünen Bereich (sah vor einer Woche mit Schneeregen ja auch noch ganz anders aus). Und dann kamen sie, die Vogesen (endlich), sowas wie der französische Schwarzwald, also eher so bergauf. Schlecht für mich, gut für Olli, der da so ne Art Techtel-Mechtel mit Bergaufstrecken hat (wer ihn im Rennmodus kennt, der weiß Bescheid).

So haben wir es dann innerhalb des gesteckten Zeitlimits tatsächlich geschafft im (vermuteten) Zielort Gérardmer anzukommen. Nach weiteren 40 Minuten haben wir bei gefühlt 2°C auch den vereinbarten Treffpunkt mit den Kollegen, das Casino, gefunden. Das unmittelbar eingeleitete Telefonat brachte dann allerdings an den Tag, dass das Ziel nicht das Ziel war, sondern dass dieses 40 km westlich in Plombier-les-Bains liegen sollte. Derart auf die Probe gestellt haben wir unmittelbar die Suche nach einem geeigneten (also irgendeinem) Hotel eingeleitet. Das hat dann wenigstens geklappt und außerdem war so auch für Programm am eigentlichen Ruhetag gesorgt.

 

Olli:

Heute stand die Königsetappe der Hinfahrt an: Durch den gestrigen Zeitverlust waren über 240 km bis in die Vogesen zu fahren, um am Zielort die anderen Jungs zu treffen. Dank Rückenwind und schöner, geradliniger Saar- und Kanalradwege kamen wir gut voran und erreichten am späten Nachmittag endlich die Vogesen. Es passierte aber wieder, was wir in diesem Jahr eigentlich vermeiden wollten: Es wurde wieder zeitlich eng. So mussten wir zum Schluss noch die letzten Kräfte mobilisieren, um die Steigungen in den Vogesen, die uns bis auf 800 m Höhe führten zu überwinden. Gegen 21:00 Uhr erreichten wir endlich Gérardmer und wähnten uns im Ziel. Nach längerer Suche fanden wir auch die örtliche Spielbank, die als Treffpunkt auserkoren war. Volker rief bei Bernd an, um ihn über unsere Ankunft zu informieren. Halb durchgefroren und körperlich fertig für heute, beobachte ich Volker, wie sich plötzlich seine Gesichtszüge und -farbe veränderten. Den Witz, den wir noch vor ein paar Minuten gemacht hatten (hoffentlich gibt es den Ort nicht zweimal) bewahrheitete sich in der Form, dass wir wahrhaftig den falschen Ort erreicht hatten. Der Zielort lag etwa 48 km weit entfernt, also heute, bei einsetzender Dunkelheit per Rad nicht mehr erreichbar. Entsetzen, Unglauben – aber es half nichts: trotz heutigem  Informationsüberfluss hatten wir die entscheidende Email von Bernd wohl übersehen!

Wir entschieden uns daher zur direkten Hotelsuche, was glücklicherweise schnell gelang. Endlich aufwärmen und etwas essen und dann nur noch schnell ins Bett und das Unglaubliche nochmal Revue passieren lassen…

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Best Buddies ever

Dienstag 03.05.2016; Gérardmer – Plombier-les-Bains; 48,2 km, 434 hm (Ruhetag)

Vokkar:

Ja, eigentlich der Ruhetag...

… deshalb heute wenigstens nur zweistellig, dafür aber vor dem Frühstück.

Immerhin: Fast nur bergab, dafür aber noch immer saukalt.

Aber: Vor dem einsetzenden Regen am dieses mal richtigen Casino angekommen, konnten wir endlich Vollzug melden und zusammen mit den Kollegen ausgiebigst frühstücken (war eher so ne Art Druckbetankung).

Der Rest des Tages ist dann der notwendigen Regeneration gewidmet worden.

 

Olli:

Heute war neben der Kälte von etwa 5 Grad auch noch Regen für den Vormittag angesagt und so planten wir die Strecke zum Ziel so schnell und früh wie möglich hinter uns zu bringen. Eigentlich sollte ja heute der Ruhetag sein, aber das hatten wir ja wohl gestern versemmelt! Also ging es ohne Frühstück los. Die Strecke war zum Glück gut fahrbar und Steigungen blieben weitestgehend aus, wir konnten uns sogar über längere Bergab-Passagen freuen. So erreichten wir nach knapp zwei Stunden das Ziel, fanden erneut die Spielbank im Ort und trafen endlich die anderen Jungs. Bernd, Martin und Martin waren gerade aufgestanden, um mit dem Frühstück zu beginnen. Genau das hatten wir gehofft und so konnten endlich ein paar fehlende Kalorien in geselliger Runde wieder aufgefüllt werden. Kurz nach unserer Ankunft setzte dann der angekündigte Regen ein – also alles richtig gemacht heute!! Der Tag verlief dann auch weiter sehr nach meinem Geschmack: Film gucken, in der Stadt bummeln und abhängen und quatschen sowie abends grillen. Also endlich mal körperliche Erholung! Und das alles mit den besten Freunden!!

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mit schnellen Bananen zurück nach Hause

Mittwoch 04.05.2016; Plombier-les-Bains – Sarreguemines; 191,5 km, 1316 hm

Vokkar:

Leider und vor allem „schon“ Rückfahrt. Gerne hätte ich noch einen Tag länger alle Speicher wieder voll geladen und die Beine hochgelegt. Aber so hat's auch für immerhin 2/3 der 1. Bergab-Etappe gereicht. Mit Vollgas ging's also zurück aus den Vogesen entlang des bereits bekannten Saar-Kanal-Radweges. Diesmal dann leider mit Gegenwind. Gekrönt wurde dieser Tag dann mit einer 1 ½ stündigen und 20 km langen Suche nach einer geeigneten (also wieder irgendeiner, man wird demütig) Unterkunft. Diese haben wir dann durch auffinden eines „Loches“ am Saargemünder Hauptbahnhof beendet. Für mich ein Tag ohne Höhen und Tiefen, Olli sollte allerdings mal an seiner Nahrungsaufnahme feilen, nur Salat und klares Wasser in den Bidons ist evtl. nicht der korrekte Treibstoff für die Langstrecke ;-)


Olli:

Am nächsten Tag mussten wir nach einem ordentlichen Frühstück bereits wieder unsere Sachen zusammenpacken und uns von den Freunden verabschieden. Viel zu schnell war der Aufenthalt vorbei und wir mussten wieder rauf aufs Rad! Zum Glück war das Wetter spitze: Sonne pur! Die ersten Kilometer konnten wir auch noch mit voller Power abspulen, aber dies blieb leider nicht auf Dauer so. Nach den ersten Stunden merkte ich dann doch, dass die Erholung nicht nachhaltig war. Auch der Wind hatte sich in einen ordentlichen Gegenwind verwandelt und kostete und zusätzlich Zeit und Körner. Auch das Essen wurde bei mir knapp und ich musste Volker immer wieder nach Riegelnachschub fragen, um wieder nachzutanken. Schlauerweise hatte ich mir keine zugelegt! Nach 191 Kilometern erreichten wir Saargemünd - mehr war heute nicht drin, da wir erst vormittags gestartet waren. Auch die Hotelsuche gestaltete sich abends sehr schwierig, in den französischen Dörfern ist echt der Hund begraben (wenn überhaupt), da freut man sich schon über Menschen auf der Straße, die man fragen kann. Daher waren wir letztlich froh, ein zwar nicht gerade schönes aber immerhin bezahlbares Doppelzimmer mit Dusche gefunden zu haben. Mehr als Dusche, Toilette und Bett braucht der Langstreckenfahrer ja eh nicht.

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Noch immer bei den 'Zosen

Donnerstag 05.05.2016; Sarreguemines – Mainz; 187,5 km, 1504 hm

Vokkar:

Chr. Himmelfahrt in Deutschland, so sah der Plan vor, extra früh aufzubrechen und das Frühstück im Hotel durch einen günstigen Einkauf im Supermarkt zu ersetzen, bevor wir ins feiertägliche Deutschland zurückkehren. Guter Plan, wenn nicht auch in Frankreich Feiertag gewesen wäre. So hieß es also ohne Frühstück und bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erstmal Verpflegung zu suchen, was uns dann nach 30 km im Bistro einer Aral-Tankstelle gelang. Endlich mit den notwendigen Kilokalorien versorgt ging es dann los weiter Richtung Heimat. Die Vorhersage versprach Wetterhöchstleistungen nur meine Beine wollten heute so gar nicht in Schwung kommen. So fuhren wir also mit mäßig Tempo durch das Saarland ohne besondere Vorkommnisse. Die Weinstrasse hatten wir aber nicht ganz für uns alleine und so mussten wir einigen motorisierten Verkehrsteilnehmern den Asphalt teilweise mit expliziten verbalen Erläuterungen abringen.

Im Laufe der Fahrt bekam Olli dann leider Knieprobleme und so haben wir den zuvor von mir geäußerten Plan bereits in Mainz Station zu machen umgesetzt, immerhin mit einem echten Happyend in der dortigen Jugendherberge. Das Salatbuffet zum Abendbrot hat uns nachhaltig beeindruckt.


Olli:

Für heute hatten wir uns vorgenommen richtig weit zu kommen, um vielleicht noch am Freitag, also in zwei Tagen, die Heimat zu erreichen. So klingelte der Wecker schon um 6 Uhr und wir verzichteten auf das Frühstück, um schon gegen 7:30 auf dem Rad zu sitzen. Dies erwies sich allerdings als Fehler, denn wir mussten feststellen, dass nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich heute Feiertag war. Die erste Verpflegung (Frühstück wäre fast zu viel gesagt) nahmen wir daher in einer Tankstelle zu uns, was die Laune nicht wirklich verbesserte. Darüber hinaus war es arschkalt, in der kalten Nacht gab es sogar Frost. Es ging dann aber weiter und die ersten 100 Kilometer ließen sich ganz gut abspulen. Ich merkte aber langsam, dass mein Körper mit der Daueranstrengung seine Probleme hatte: neben erheblichen Schmerzen beim Sitzen kamen Knieprobleme dazu. Diese nahmen leider ständig zu, sodass ich etwa 20 km vor Mainz kaum noch fahren konnte. Ein übergewichtiger MTB-Fahrer, der mich dann überholte war auch nicht unbedingt motivierend. Aber irgendwie schaffte ich es mit einem 15er Schnitt nach Mainz und wir erreichten eine geniale Jugendherberge. Der Tag nahm dann doch noch ein sehr schönes Ende, denn wir erhielten sowohl ein kleines aber feines Zimmer als auch ein fürstliches Abendessen für wenig Geld.

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Erstellt von Bornekamp Racingteam