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Moment der Trennung in Kelkheim

Freitag 06.05.2016; Mainz – Kirchlotheim (Eder); 201,6 km, 1973 hm (oder eben Dortmund direkt)

Vokkar:

Pünktlich in Mainz gestartet haben wir nach Verlassen der Stadtgrenze zunächst eine Apotheke aufgesucht, um Olli's Knie zu versorgen. Leider gelang dies nur temporär und so war der Umstieg in die Bahn in Kelkheim zwingend. Etwas traurig war er ja schon dieser Moment aber sicher die bessere Entscheidung.

Für mich hieß es nun alleine auf und über den großen Feldberg und darüber hinaus zu fahren. Temperaturmäßig war dieser Tag eine echte Herausforderung und körperlich machten sich bei mir auch die ersten Verschleißerscheinungen bemerkbar. Die linke Achillessehne hatte nicht mehr ganz so viel Freude am runden Tritt wie ihr Besitzer. Immerhin habe ich es zum selbstgesteckten Ziel der Jungendburg Hessenstein hinter Frankenberg geschaftt. Leider jedoch nur, um festzustellen, dass diese vollständig ausgebucht war. Also Standardprogramm abrufen und auf Unterkunftssuche gehen. Diese fand in Kirchlotheim im Landgasthof Wolf ihr ebenso erfolgreiches wie positives Ende. Und das Beste war: Es blieben nur noch gut 100 km bis ins Ziel.


Olli:

Das Frühstück in der Jugendherberge in Mainz war nicht weniger fürstlich als das Abendessen von gestern und so ging es gestärkt los. Meine Befürchtungen bezüglich meines angeschlagenen Knies erwiesen sich leider als zutreffend. Trotz Salbe aus einer Apotheke, die wir noch besorgten, konnte ich nur langsam und vorsichtig fahren. Dazu merkte ich, dass ich insgesamt sowohl körperlich als auch mental ziemlich am Ende war. In Kelkheim nach etwa 30 Kilometern entschied ich mich dann schweren Herzens zum Ausstieg. Aber alles andere wäre wohl ziemlich unvernünftig gewesen. So verabschiedete ich mich von Volker, der dann (absolut richtig) ohne mich weiterfuhr. Ich wartete auf den nächsten Zug nach Frankfurt und war doch auch ein wenig erleichtert, dass die Schinderei, die das heute für mich war, ein Ende hatte. Nach dem Umstieg in Frankfurt erreichte ich nachmittags Hagen, wo ich dann noch ein paar Kilometer nach Dortmund radeln durfte. Im gemächlichen Tempo war das aber zu schaffen und ich erklomm die Syburg und erreichte endlich wieder mein zuhause!

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Treeeeiiiibstofffff für den Endspurt

Samstag 07.05.2016; Kirchlotheim (Eder) – Holzminden; 106,1 km, 636 hm

Vokkar:

Nach der gestrigen Verabredung mit Siggi uns auf der Strecke zu treffen, ging es mit einem grandiosen Frühstück im Magen nochmal in den Sattel (der in den letzten 7 Tagen eine recht innige Beziehung mit meinem Hintern eingegangen ist). Inzwischen war das tägliche Abspulen von Asphaltkilometern so etwas wie eine notwendige Pflicht geworden. Hinfort all der Spaß und die Freude am Radeln an sich, nur noch die Aussicht auf das nahe Ziel hielt mich am Lenker. Und die Kilometer alleine abzuradeln machte die Sache nicht eben besser. So war die Freude groß, als ich kurz hinter der Autobahnauffahrt Warburg den Siggi am Horizont sehen konnte. Und nach kurzem Austausch der wichtigsten Eckinformationen (schließlich hatte Siggi nen neuen Epic S-Works Rahmen) ging's flugs in seinem Windschatten Richtung Weser. Dort dann eine letzte Brotzeit und die Ankunft auf dem Holzmindener Marktplatz der Familie angekündigt.

Und so hat dann eine für mich echte Gewalttour ihr wunderbares Ende gefunden.

Alles in Allem ein echtes Erlebnis ohne eine einzige Panne, bei besten Wetter- und Windbedingungen mit allem was für mich dazu gehört.

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Flasche leer

Fazit 

Vokkar: Das war eine echte Grenzerfahrung für mich und ob ich das nochmal brauch kann ich in frühestens 6 Monaten entscheiden.


Olli: Super Erlebnis und eine echte Grenzerfahrung! Radfahren in seiner gesamten Bandbreite: Genuss pur (zum Glück über weite Strecken) bis Schinderei! Bei der nächsten Langstreckentour aber gerne etwas kürzere Etappen und immer ein paar Riegel im Rucksack!

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Horst-Challenge


Freunde wir haben's geschafft. 
Die Horst Challenge ist vorbei und trotz mäßiger Beteiligung hatten wir heute jede Menge Spaß im Matsch.
Und ich kann ein echt positives Fazit ziehen:
- diverse KOM's pulverisiert
- BRT-Youngster bereits in TOPFORM
(uns alten Säcke haben se jedenfalls amtlich verblasen)

So können wir bestens vorbereitet in die Saison starten und dem Warm-up in Hellental gelassen entgegensehen. Da dürften einige Pokale für's Team drin sein.
Das BRT entwickelt sich so langsam zur echten regionalen Macht im MTB-Sport.

Gar nicht so übel für ne Modeerscheinung ;o)

Vokkar
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Offenes Trainingsrennen BRT


Es ist bereits Mitte Februar und das Training wird spezifischer.
Daher bietet das BRT hier die ultimative Möglichkeit der Formbestimmung und kündigt das erste Trainingsrennen des BRT auf der Horst-Runde in Holzminden an.

Termin: Samstag 05. März 2016; 14:00
Treffpunkt: klick (nicht am Titel "26.02." stören, Termin ist der 05.03.!!)
Achtung: Die Strecke ist nicht offiziell freigegeben und nicht markiert, Teilnahme ist privates Vergnügen und erfolgt auf eigenes Risiko.

Ablauf: Ab 14:00 fahren wir die Runde von ca. 4.5 km und 150hm einmal gemeinsam und langsam ab. Danach heißt es eine Stunde full throttle für alle. 

Wer die meisten Runden schafft gewinnt (wer auch sonst?)

Wertung nur nach Einlauf, keine Altersklassen
ohne Zeitnahme
Ohne Anmeldung
Ohne Startgebühren
kommt einfach vorbei

Auf den Gewinner wartet eine Packung Bornekamp Racing Schnaps.
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my two cent

Die Spezies Radfahrer


Gibt es sie? Wie sieht sie aus? Was unterscheidet sie vom Normalbürger? Ist sie oder der Radsport gefährdet? Gibt es Parallelen zu anderen Sportarten?


Fragen über Fragen, hier der Versuch einer Abhandlung:
Jajaja, es ist schon klar, hier redet ein Betroffener über sich selbst. Nein werter Freund und geneigter Leser ich habe nicht den Anspruch möglichst objektiv ein Schlaglicht auf eine besondere Gruppe von Mitbürgern zu werfen, vielmehr geht es darum, sozusagen aus erster Hand, eine Denkschrift über die Abgründe der radelnd fortbewegten Seele zu verfassen.


Immer wieder liest man Texte, die „unseren schönen Radsport“ in Gefahr vermuten. Was ist die Ursache dieser fatalistischen Vermutung? Und, viel wichtiger, warum ist der Radsport „schön“?


Dazu möchte ich die Gruppe „der Radler“ zunächst unterteilen. Ich kenne z.B. zahlreiche Zeitgenossen, die radeln einfach nur. Also sie fahren, um von A nach B zu kommen und das möglichst effizient. Diese Kollegen wollen offenbar Zeit und Geld sparen, haben aber mit Sport im eigentlichen Sinn nichts am Hut, fallen also aus der Betrachtung raus.
Dann gibt es eine weitere Gruppe, den sogenannten Touren- oder Genussbiker. Sportliche Ertüchtigung spielt hier schon eine, wenn auch untergeordnete Rolle. Auf der Suche nach dem nächsten Kaffee/Kuchengedeck bleibt hier meist wenig Zeit sich an Wohl und Wehe des Sports abzuarbeiten.


Kommen wir also zum sportlich ambitionierten „Biker“, der aus eigenem Selbstverständnis heraus an sich selber feilen und arbeiten möchte, um in der sportiven Kompetition 1. sich selbst und 2. den Gegner beim „Imkreisfahren“ zu zermürben. Merkwürdige Idee möchte man denken, allerdings nicht so merkwürdig, dass sich schon unsere Vorväter kurz nach Erfindung des modernen Fahrrades nicht entblöden konnten, genau so etwas zu ihrem Zeitvertreib auszuüben. Inzwischen gibt es sogar Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das heißt die Gesellschaft bezahlt dafür, sich diese Zurschaustellung der Selbstgeißelung anzusehen. Es muss, wenn auch nicht zwingend schön, so doch zumindest sehenswert sein.


Damit ist zwar die Frage, warum der Radsport schön sei, nicht beantwortet, stellt aber ihre Relevanz auf ein eher untergeordnetes Niveau. Übergeordnet verbleibt die vermutete Gefährdung des Sports, die sich, so einige Bedenkenträger, aus einem nur als mangelhaft zu bezeichnenden Willen zur Übernahme von Verantwortung ergibt.


Man kann als gesichert annehmen, dass es Mitmenschen mit mehr Hang zur Übernahme von Verantwortung und solche mit weniger gibt. Ich bin mal so tolldreist, zu behaupten, dass das auch gut so ist. Stellen wir uns nur mal vor: Alle Menschen hätten den gleichen Hang zur Übernahme von Verantwortung und damit verbunden den Anspruch auf Entscheidungsgewalt (vulgo: Macht). Nicht auszudenken, zu welchem Kompetenzgerangel es dann käme. Daher stelle ich die zugegeben gewagte These auf, dass es beim Beklagen dieser Indifferenz nicht darum geht, mehr Freiwillige bei der Übernahme von Verantwortung zu finden, sondern vielmehr darum, den eigenen Einflussbereich zu erweitern. 


Zu diesem Zweck möchte man sich gerne im Pool der nur locker organisierten Gruppen bedienen, da hier unterentwickeltes Engagement für den Sport vermutet wird. Ungeachtet des dabei unterschätzten Engagements wird dabei vergessen, dass es nur eingeschränkt sinnvoll ist, ein sportliches Event ohne Rennfahrer dafür mit ausreichend Helfern zu veranstalten. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass sie das Salz in der Rennsportsuppe sind. Man stelle sich nur mal z.B. eine Tour de France Etappe vor, bei der nach Durchfahrt des Werbetrosses Schluss ist, da die Teams in ihren hübsch designten Trikots aufgrund von organisatorischen Pflichten nicht mehr selber zum Fahren kommen. Ich vermute hier direkten Einfluss auf die Beliebtheit der Veranstaltung. Im Hobbybereich kommt erschwerend hinzu, dass die Teilnehmer, durch bezahlen einer Gebühr, maßgeblich zur Finanzierung des Events beitragen und durch Quersubventionierung sogar Kosten tragen, die das Anbieten einer Rahmenveranstaltung wie z.B. Linzenzwertungen erst ermöglichen.


Fazit: Reflektierend auf die eingangs gestellten Fragen kann man wohl zusammenfassend behaupten:

  • Es gibt ganz offenkundig die Spezies Radfahrer.
  • Sie ist bunt.
  • Abgesehen von einer erhöhten Schmerzaffinität unterscheidet sie nichts vom Normalbürger!
  • Der Radsport ist bei ausreichender Versorgung mit Material in passender Größe kaum gefährdet!
  • Abgesehen vom Bewegungsmuster gibt es sehr wahrscheinlich zahlreiche Parallelen zu anderen in Vereinen organisierten Sportarten.

Vokkar

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Leistungsdiagnostik und endlich ein Trainer…


Anfang Dezember wollte ich es mal wieder wissen: Geht da noch was beim zukünftigen Sen III -  Fahrer?

Also auf nach Frankfurt ins Radlabor. Ich fand ein stylisches und professionelles Institut mit sehr netten Mitarbeitern vor. Darunter Tim Böhme, der als Bulls Profi-Fahrer ja vielen bekannt sein dürfte. Es wurde neben einer Sitzpositionsanalyse und einem  Bikefitting auch eine Leistungsdiagnostik in Form eines Laktat-Stufentests durchgeführt.  Das hieß schön auf dem Ergometer in 20 Watt - Schritten, die jeweils 3 Minuten zu treten waren,  Gas machen bis nix mehr geht.  Das war auch bald bei 340 Watt geschafft,  sodass ich nach dem Duschen doch ein für mich sehr ernüchterndes Ergebnis präsentiert bekam. Die Leistung W/Kg an der Schwelle lag deutlich unter der letzten Messung vor zwei Jahren, die allerdings im März und bei einem geringeren Körpergewicht stattfand. Bei einer anschließenden kompetenten Beratung und ausführlichen Besprechung mit meinem zukünftigen Trainer bekam ich alles schriftlich.

Auf der Rückfahrt überlegte ich dann doch, ob ich mich nicht auch zu den Ruheständlern beim BRT gesellen sollte und welcher Job beim BRT dann wohl für mich in Frage kommen könnte, wie Betreuer oder Teambusfahrer.

Zuhause angekommen loggte ich mich dann doch mal in die Datenbank des Radlabors ein, schließlich hatte ich einen vierwöchigen Trainingsplan mitgebucht. Dieser startete direkt mit einem Ruhetag -  das ging ja.  Am darauf folgenden Tag ging es aber los und ich hatte jeden Tag mein vorgegebenes Programm in Form von Radfahren oder Krafttraining zu absolvieren. Neu war für mich u.a. das sehr häufige Fahren im GA1 (extensiver) Bereich, der bei  mir bei einer Hf von 105-128/min gemessen wurde. Bisher war ich selbst bei längeren Grundlageneinheiten doch meist im GA 2 Bereich bei 15-20 Schlägen mehr unterwegs. Dafür war aber jetzt laut Trainer auch einmal in der Woche 4 h GA1 zu absolvieren, was dann bei zunächst gefühltem Rumgeeiere zum Ende auch richtig anstrengend wurde. 

Motivierend war es, nach dem Training die gefahrenen Einheiten einzutragen und in der Wochenauswertung sogar die Vorgaben übertroffen zu haben (ich hatte mir z.B. noch zusätzlich eine Laufeinheit pro Woche gegönnt).  Klar, das ist eigentlich nicht Sinn der Sache, aber ich hatte im Institut meine Wochentrainingszeit mit 9 h doch zu niedrig angegeben. Und weniger fahren als vorgegeben geht natürlich auch gar nicht - man möchte den Trainer ja schließlich nicht enttäuschen ;-)


Fazit:

Der vierwöchige Plan war auf jeden Fall ein echter Motivationsbringer und brachte mir auch viele neue Erfahrungen in Sachen Trainingssteuerung. Auf Dauer ist dies aber auch ein nicht ganz billiges Vergnügen. Mein  weiteres Training werde ich aber auf dieser Basis zunächst wieder selbst planen und mir (mit Hilfe der einschlägigen Literatur) entsprechende  Pläne fertigen. Die Grundlagen der Planungen des Radlabors behalte ich aber bei und passe den Plan an den Jahresverlauf an. Ob es leistungsmäßig was bringt? Fragt mich im Frühjahr!

Ach ja, ab April 2016 bin ich natürlich wieder am Start!


Oliver

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Erstellt von Bornekamp Racingteam