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Olli im Wind
Never underestimate an old man with a bicycle
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Materie, feste Körper sind eine Illusion, die der Mensch braucht, um überleben zu können

Tour d’Energie Göttingen am 28.04.2019

Oder: Triumph des Geistes über den Körper


Gestern stand mit der TdE das erste Strassenrennen im Team für unser BRT an. Und wir wissen natürlich alle was das heißt: Die größte Konkurrenz ist immer noch der Rest vom Team. Dementsprechend verliefen die Vorbereitungen nach allen Regeln der Radfahrerkunst mit Intervalltraining, Trainingsplänen, … und ganz wichtig: Tiefstapelei über den eigenen Trainingsfortschritt.


Hätte uns beim Frühstück in Göttingen Vorort ein unbelasteter Mitmensch zugehört, er hätte sich Sorgen über unsere unversehrte Ankunft gemacht.


Dennoch ging’s natürlich bestens gelaunt in die Startaufstellung (Block E) um die Herausforderungen des Tages zu erwarten.


Warmfahren konnte entfallen, da die offizielle Zeitnahme erst nach ca. 3 km begann. So jedenfalls der Plan. Was jedoch nach dem Startschuss stattfand, war dann alles andere als normales Warmgefahre. Sehr nervös und mit Vollgas ging’s durch die gesperrte Göttinger Innenstadt und zwar nur, um nach verlassen des Stadtgebietes den Hahn nochmal richtig aufzudrehen.


So kam es dann, dass ich bereits die ersten 10km im oberen Pulsbereich abspulen musste und mir schon Sorgen über den weiteren Verlauf des Rennens gemacht habe.


Ein Beispiel: Ich philosophiere ausgiebig mit Olaf darüber, dass wir zu viel vorne im Wind fahren (O-Ton: „Weniger -Atempause- im -Atempause- Wind -Atempause- fahren -lange Atempause- Olaf), während Olli mit Warp-8 an uns vorbei in die Gruppenspitze fährt. Das hieß dann die aktuelle Herzfrequenz (für einen Hamster wär’s wohl ok gewesen) zu ignorieren und versuchen das Hinterrad zu halten.


Erfreulicher Nebeneffekt war natürlich, dass wir so recht zügig Fahrer der vor uns liegenden Startblöcke einholen konnten. Allerdings war Siggi dann leider der erste, der dieser „Strategie“ zum Opfer fiel. Nach ca. 25 km war er dann nicht mehr dabei, dafür war im welligen Umland Göttingens Fliegengewicht Olaf nach vorne entschwunden. So hat sich dann die beim Frühstück noch besprochene Teamorder in Wohlgefallen aufgelöst. Was aber nicht weiter schlimm war, denn Windschatten war bei entsprechend strategischer Fahrweise immer ausreichend vorhanden.


Allerdings war dieser Windschatten nicht vollständig kostenlos, sondern kostete im gesamten Rennverlauf eine sicher zweistellige Anzahl von Fahrern mehr oder weniger heftige Stürze. Wir blieben bis auf ein paar haarige Situationen glücklicherweise vollständig verschont. Allerdings ist die Nervosität in einem Hobbyrennfahrerfeld nicht zu vergleichen mit der in einem einem MTB-(Hobby-)Rennen.


So ging es dann also durch die Landschaft und in Hemeln in den ersten ernstzunehmenden Anstieg. Olaf und Siggi waren ja schon in beide Richtungen außer Sichtweite und also bin ich mit Olli gemeinsam an dem ein oder anderen Mitstreiter vorbeigefahren. Highlight hier: Olaf’s Fanclub kurz vor dem Scheitelpunkt (Grüße an Marion und Inga). In der Abfahrt hat sich schnell wieder eine zügige Gruppe gefunden und so ging es mit sattem Schnitt Richtung Hoher Hagen und damit zweiter ernstzunehmender Steigung. Highlight hier: Der Trommel-Club an der Carl-Friedrich-Gauß-Grundschule. Schönen Dank für die Rhythmus-Vorgabe.


Dann folgte mein persönlicher Rennhöhepunkt: Olli in der Steigung abgeschüttelt und auf Olaf aufgefahren! Das hatte ich schon so lange nicht mehr, ich wusste gar nicht mehr wie sich das anfühlt. Kann gerne öfter passieren. Dem Olaf hab‘ ich dann noch ein Leckerli abgegeben und musste ihn in der Steigung (aber nur dort :) fahren lassen.


Nach dem Scheitelpunkt habe ich dann meinen persönlichen Endspurt eingeläutet und bin mit konstant hohem Puls in die Abfahrt nach Göttingen rein. So hat’s dann nur ca. 5km gedauert, bis ich an Olaf vorbei war und kurz drauf hatte sich auch schon wieder eine schnelle Gruppe formiert. So ging es dann bis in Göttingens Innenstadt und ich lag teamintern noch immer vorne. Im Geiste hab‘ ich mir schon meinen heroischen Zielsprint über die die letzten Meter ausgemalt, aber als ich an der 250m Markierung kurz antreten wollte haben meine Beine irgendwie eine andere Meinung gehabt. Schön, weiß ich jetzt wenigstens, die Leistung der Topsprinter richtig einzusortieren. Wichtig war an dieser Stelle eigentlich nur, dass ich recht weit vorne in der Gruppe war und so das Sturzrisiko minimieren konnte und noch weitaus wichtiger, dass Olaf und Olli nicht mehr vorbeigezogen sind.


Leider mit dem Nebeneffekt, dass ich beim obligatorischen Gruppenfoto im Zielbereich jede Kontenance (und Körperspannung) verloren habe (siehe Foto). Aber was soll’s, heute hat’s der dicke Mann den anderen aber mal so richtig besorgt.


Ergebnisse:

Vokkar: 82. AK/ 476. gesamt/2h52m7,9s

Olli: 83. AK/ 479. gesamt/2h52m15,7s

Olaf: 84. AK/ 483. gesamt/2h52m20,7s

Siggi: 124. AK/ 619. gesamt/2h58m7,9s


Fazit: 

Teamevents, immer die härtesten!


Vokkar

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diesmal von gaaanz da hinten

Warm-Up MTB-Marathon Hellental am 07.04.2019

Oder: Ein Rennen mit Standgas.


Monate entbehrungsreichsten Trainings und mental wie körperlich anspruchsvollster Rennvorbereitung liegen hinter mir.
Ja, es ist ein harter Job aber einer muss ihn ja machen!


Dieses Wochenende war's dann soweit: Der ultimative Schlagabtausch zwischen dem Siggi und mir stand mit dem Warm-up in Hellental an, ich war bereit...


...jedenfalls bis zum letzten Wochenende, und dann das:
Rotznasenhustenanfallalarm, Kopf- und Gliederschmerzen, massive Schlappheit und NULL (IN WORTEN: 0) Leistungsbereitschaft des in mühevoller Kleinarbeit hochgezüchteten Racekörpers. Da half auch kein Wickmedinait mehr.
Zum Heulen!


Immerhin: Bis zum Start war ich wieder soweit fit, dass wenigstens eine gemütliche Runde bei Standgas drin war. Also hab ich mal allen anderen Fahrern den Vortritt gelassen und mich freiwillig nach ganz hinten in den Startblock gestellt.


Dann ging's los, wie geplant im Schritttempo durchs Dorf nach oben. Irgendwie komisch so ganz ohne Laktatschmerz, aber auch irgendwie ganz angenehm. Dann durch die Abfahrt ein paar der gemütlichen Fahrer eingesammelt und in der kommenden Steigung bei Puls um die 130 wieder fahren lassen. Erfreulich dabei: Nach der ganzen Sofa-Rumhängerei waren die Beine und der Kopf zum ersten mal wieder so richtig grell auf Tempo. Es war also vergleichsweise schwierig sich an die eigenen Vorgaben zu halten.


Der Rest des Rennens verlief dann recht unspektakulär: Es gab eine Reifenpanne (mit Maxalami und SKS recht fix gefixt), ein kurzes Schwätzchen mit Markus Nothroff (sehr nett), eine Verpflegungsstation (auch mit kurzem Schwätzchen; an dieser Stelle nochmal meinen Glückwunsch an den Streckenposten, der 90% seiner Jahreskilometer mit dem Racehardtail fährt und zusätzlich 5.000km mit dem E-Bike, 50.000 Jahreskilometer sind schonmal eine Bemerkung wert, vielleicht liest der stolze Recke ja mit ;).

Ach und dann war da noch das Pferd, mit dem ich mir die Strecke geteilt habe und ein fast-Sturz in einer unübersichtlichen und daher zu fix angefahrenen Kurve.

Eigentlich doch gar nicht so wenig.


Die Strecke war bis auf einen umgestürzten Baum tip top. Es hat also trotz der Randbedingungen richtig Spaß gemacht und das lässt ja zumindest mal Hoffnung aufkommen für den Rest der Saison.


Die Ergebnisse für's Team waren allerdings auch schonmal besser...


Olaf DNF

Siggi DNF

Vokkar DNF


Fazit: Hätte besser laufen können alles so insgesamt...

... aber eben auch schlechter. Heute gab's also nochmal eine Schonfrist für Olaf Flechtner, Volker Krüger und Graham Pinkney (allen dreien meine Glückwünsche zum Podium!!!), aber das nächste mal dreh ich den Gashahn wieder voll auf...


Vokkar

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Trainingsrennen in Dassel am 23.03.2019

Ja, jetzt isses schon wieder vorbei das Team-Trainingsrennen in Dassel.
Nach nunmehr fast einjähriger Pause mal wieder eine Gelegenheit, sich selber eine virtuelle Möhrrübe vor die Nase zu hängen, um die Beine mal wieder so richtig auf Betriebstemperatur zu bringen, denn im Training ist es ungleich schwerer in diese Belastungsbereich vorzustoßen.
Aber egal, heute war vor allem eins:

*******SPASSIG!********

Nachdem in diesem Jahr leider zum ersten Mal seit Jahren der beliebte Schäferwerk Marathon in Dassel ausfällt, war heute die wohl einzige Gelegenheit, die grandiose Trailabfahrt nach Dassel im Renntempo zu rollern, selbst Schuld wer sich das fahrlässig hat entgehen lassen, auch wenn das Renntempo durch die ein oder anderen quer liegende Baumleiche eingebremst wurde.
Abgerundet wurde das bisher schönste Rennevent in diesem Jahr dann durch ein Kuchenbuffett, das sich vor dem legendären Angebot beim offiziellen Dasseler Marathon in keinster Weise verstecken muss.
Und am geilsten überhaupt: Ich hab hinter Maxe und Jörg den dritten Platz eingefahren. Also eigentlich sowas wie den Sieger der Herzen gemacht ;)

Vokkar
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1. Jungle Cross Singapur am 10.02.2019


Breitengrad bedingt durfte ich gestern die Rennsaison 2019 eroeffnen. Wie Volker im Blog ja bereits schrieb, ist das BRT Team geschrumpft, wenn auch nur oertlich, denn die Fahnen werden von mir weiterhin hochgehalten, wenn auch in Asien. In Singapur gehe ich zudem fuer das Swissclub MTB Team an den Start und so gab es gestern einige Debuts: 1. Rennen in Asien, 1. auf neuem Epic, 1. nach meiner heftigen Verletzung (trifft ja leider auf fast alle zu).

Der Jungle Cross findet 4-5 mal im Jahr statt, direct vor meiner Haustuer in einem riesigen Sportareal mit zahlreichen Fussball-, Rugby- und Tennisplaetzen, Golf, Paintball etc. Darin eingebettet liegt ein kleiner Dschungelstreifen, der es aber boese in sich hat. Kleiner als der Holzmindener Stadtpark ist diese 3.5 km Runde gespickt mit allem, was das Adrenalin nach oben schiessen laesst: Spruenge, Rockgardens, steilste Up- und Downhills und krasse Wurzelpassagen.

Der Startschuss erfolgte um 9:30, fuer Singapur Verhaeltnisse sehr spaet, da man aufgrund der Hitze sonst eher zu Zeiten faehrt, zu denen man frueher aus der Kneipe gestrunkelt ist ;-)  .

Gespickt mit zahreichen Cape Epic Teilnehmern ging es dann auf die insgesamt knapp 12 km, Pappenstiel wuerde man denken, nicht so bei dem Kurs und den Waschkuechen-artigen klimatischen Bedingungen. Relaxen ging zu keiner Zeit, Puls war staendig am Anschlag und der wichtige Griff zur Trinkflasche konnte allenfalls in Parkinson-Manier erfolgen. Nach knapp 50 Minuten war der Spuk vorbei, erstaunlich, wie ich in dieser kurzen Zeit ueberproportional gealtert bin. Spass hats gemacht, als 7. platzierter konnte ich absolut zufrieden sein und der 2. Jungle Cross sieht mich definitiv wieder. Zahlreiche Rennen gibt es auch in Malaysia und Indonesien, da verlasse ich mich mal auf meine Schweizer Jungs, von denen 8 naechsten Monat in Kapstadt an der Start gehen.

Als naechstes steht in 2 Wochen erstmal ein kurzes Trainingslager in Batam, einer indonesichen Insel an. Die Rundenauswertung hat gezeigt, dass Ausdauer und Punch unter diesen (ehrlich gesagt nicht nur unter diesen) klimatischen Bedingungen definitiv noch Luft nach oben haben.


Dirk


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Erstellt von Bornekamp Racingteam