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Drei im Glück

P-Weg MTB-Marathon in Plettenberg am 10.09.2917

oder: um-tschack!!!

Wer kennt sie nicht, die sogenannten Um-Tschack-Autos: Jungendliche, just im Besitz der Lizenz zum Führen eines motorbetriebenen Mobils, selbiges selbstredend ausgerüstet mit einer PA-Anlage, die geeignet ist, Woodstock in den Schatten zu stellen (PA steht schließlich nicht zufällig für „Public Adress“). Derart ausgestattet und einer aktuellen Vorliebe für technologisch erzeugte Musik, ergibt sich lautmalerisch recht schnell der genannte Begriff.


Offen bleibt die Frage nach dem Bezug zum in der Überschrift erwähnten MTB-Event.


Nun, wer bereits in Plettenberg die Freude hatte Teilnehmer sein zu dürfen (dieses Privileg zu erlangen ist nicht trivial) ahnt wohlmöglich schon worum es geht, doch dazu später. Ich jedenfalls durfte mich in diesem Jahr erneut zu den glücklichen Gewinnern eines Startplatzes zählen und so ging es am vergangenen Sonntag mal wieder ins mit Nebenstrecken bestens erschlossene Sauerland, um gemeinsam mit Siggi und Olaf am P-Weg MTB-Marathon teilzunehmen. Nach diversen Pinkelpausen (ich bin schließlich keine 50 mehr und rote Bete Saft nutzt mein Verdauungssystem lediglich um annähernd Körpertemperatur zu erreichen) sind wir pünktlich am Veranstaltungsort aufgelaufen, um latent unorientiert die Startunterlagen abzuholen und – wie immer – aufzurödeln.


Was der werte Leser bisher mangels Bericht von der großen Weserrunde in der vergangenen Woche nicht weißt: Es gab leichte Unsicherheit ob der Einlaufreihenfolge des BRT-Teams. Hat mich Langestreckenmonster Siggi dort doch tatsächlich im letzten Anstieg 50 km vor dem Ziel stehen lassen. Immerhin: Die Renndistanz heute lag noch deutlich unter der des Zielsprints dieser doch eher als Langstrecke zu bezeichnenden Veranstaltung. Dennoch war ich dann eher unerfreut, dass mein Ergebnis des vergangenen Jahres sich heute nicht in einer Optimierung des Startblocks widerspiegelte, sondern im Gegenteil vollständig unberücksichtigt blieb: Ich durfte also mal wieder von ganz hinten ran… und das wo der Siggi offenbar mit eben so guten Beinen wie gutem Startplatz gesegnet ins Rennen gehen durfte. „Was soll’s“ dachte ich mir, Mountainbiken soll ja angeblich auch einfach so Spaß machen können und immerhin kann man Frust ja auch zu Extramotivation nutzen.


So ging’s mit ebensoviel Motovation wie rollenden Hindernissen in den ersten Asphaltanstieg. Und da wir alle drei fürs Kidsrace auf 42km gemeldet waren bestand wenig Grund sich die Körner einzuteilen, also gleich vom Start weg ATTACKEEEE!!! (selbstredend im SEN3-Rahmen, nicht dass jemand glaubt ich halte mich hier für Lukas oder Max). Jedenfalls ging’s mit Senioren-Fullspeed durchs Feld und bereits nach 9 km war Siggi in Sichtweite. Das wohlwollend zur Kenntnis nehmend habe ich dann erstmal Tempo reduziert, denn wir wissen ja: Der Siggi ist nicht platt bevor er platt ist! Also eigentlich nie! So habe ich dann rund 8 km sehr gemütlich (sorry Siggi) die fehlenden 200 m aufgeholt, bis ich schließlich bei km 17 an seinem Hinterrad hing.


Nun hieß es kurz die Lage checken:
- Fahrrad i.O.? – check!
- Beine i.O.? – check!
- Puls im grünen Bereich – check!
- Ist das auch 100%ig der Siggi? – check!
Also los: kurz zurückfallen lassen, geeignete Situation und Strecke abpassen und mit Schwung vorbei, denn eins wissen wir alle: Isser am Hinterrad, isser am Hinterrad! Und heute gibt es keinen anderen Auftrag und wohl auch keine weitere Chance ;-)


Grüner Bereich war ab da dann natürlich latte. Ab jetzt Vollgas ins Ziel! Was dabei half war die Um-Tschack-Motivationsrampe des Rennens: Zuschauer mitten im Wald, die anfeuern und natürlich die Trommelkombo, die mit geeigneten Rhythmen genau die audiophilen Potenziale der Muskulatur freisetzen, die bei Standard-MTB-Veranstaltungen sträflich ungenutzt mit ins Ziel geschleppt werden.


Was bleibt zusammenfassend zu sagen: Der P-Weg ist eine streckentechnisch durchschnittliche aber stimmungsmäßig weit über den Einheitsbrei herausragende MTB-Veranstaltung, welche die für uns überdurchschnittlich lange Anfahrt mehr als rechtfertigt. Mein persönliches Highlight ist die Durchfahrt des Altenheimgartens, in dem die Bewohner jeden Fahrer frenetisch abfeiern. Wenn ich mal als SEN5 gewertet werde, würde ich das gerne genau so tun!


Fazit: 

Mit diesem Bericht ist dann wohl endgültig klar, welche Fahrer im Feld die wirkliche Konkurrenz darstellen ;-)


Ergebnisse:

Olaf: 5. SEN2
Vokkar: 10. SEN3
Siggi: 19. SEN3


Vokkar

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Das Kleeblatt der Ahungslosen
Unser Spielplatz für 12 Stunden
Achtung! Im Nebel ist kälter...
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3. September 2017 Schwarzwald Super! Rennradmarathon

Ruhe bewahren und EINFACH NUR ANKOMMEN

 

Hurra! Herrenwochende! Und was nun? Am Freitag ins Auto gesprungen und in Richtung Freiburg aufgebrochen. Der kleine Ort Münstertal im Schwarzwald war unser Ziel. Die Schnapsidee: Mal sehen ob wir 176 KM und 4.600 HM packen können. Freitagabend noch unbelastet gemütlich zu Abend gegessen, aber Samstag baute sich der Druck langsam auf… In Form der anderen Gäste in unserem Hotel… Wie sich schnell herausstellte waren nur Leistungsträger und Langsteckenfanatiker am Start deren HM- und Jahreskilometerrekorde uns in leichte Panik versetzte. Also 30.000 musste im Jahr schon machen! Huch. Wegen Platzregen fiel das leichte einrollen wortwörtlich ins Wasser – wir gingen bummeln in Freiburg. Nach der Henkersmahlzeit am Abend stand uns eine unruhige und kurze Nacht bevor. Sonntag ging‘s los: Start um 7 Uhr auf die Mitteldistanz „SILBER“ (was uns gleich als Weicheier entlarvte – die Mehrheit fährt GOLD!).

Und dann war es soweit. Im Frühtau zu Berge (die Haare dir stehn, fallera…). Was essen? Was wie anziehen? Amateure unterwegs.

Die Silber-Route führte uns über die Südschleife und die Mittelschleife der Gesamtroute. Auf ihr erlebt man die enorme Vielfalt des Hoch-Schwarzwaldes auf einer attraktiven und anspruchsvollen Strecke.

Die Tour startete mit der Auffahrt auf den Kreuzwegpass. Das ging ja besser als gedacht! Und oben schien die Sonne schon. Dort drehten wir um, fuhren ein kurzes Stück zurück und dann hinab ins kleine Wiesental. Die Silberrücken zurück in den Nebel… „Downhill“ macht allerding im Morgennebel um 8 Uhr nicht sooo viel Spaß wenn man bei 5°C die Finger nicht mehr spürt. Hatten uns schon über die Vermummten am Start gewundert…

Es folgten zwei kleinere Anstiege. In Tegernau ging es hinauf nach Gresgen und Adelsberg. Nach einer Abfahrt nach Zell im Wiesental ging es kurz darauf wieder hoch, auf die Blauener Ebene am Fuße des Zeller Blauens. Was so schwungvoll klingt war trotzdem eine ganz schöne Arbeit… Dort befand sich die erste Verpflegungsstation mit Tee, Kaffee, Kuchen und Schinkenbroten. Über Pfaffenberg ging es gleich wieder hinunter ins große Wiesental, nach Mambach.

Dort wartete schon der Ausgangspunkt zum nächsten großen Anstieg, hoch auf den Weißenbachsattel am Hochkopf über St. Antoni. Jetzt wissen wir wofür das HOCH in Hochkopf steht… Abfahrt führte nach Geschwend, wo sich die Routen das erste Mal trennen. Vielleicht downsizing auf Bronze? Ausstieg in Fahrtrichtung links! Zu spät, Absprung verpasst, jetzt ziehen wir durch!

Über Todtnau ging es auf die Mittelschleife mit dem Freiburger Hausberg Schauinsland wo Bratkartoffen auf uns warteten (!). Dann die autofreien Auffahrt auf den Rinken. Diese Auffahrt wurde uns als das härteste Stück beschrieben, danach sollte alles andere Pillepalle sein. Hahaha. Da hat uns dann auch der Regen erwischt, der glücklicherweise nicht sooo lange anhielt. Von dort ging es weiter nach Hinterzarten und auf den Feldbergpass – leider auf der Bundesstraße in Konkurrenz mit dem sonntäglichen Ausflugsverkehr... Der rasanten Abfahrt zurück nach Todtnau die ein echter Geschwindigkeitsrausch war folgte der letzte Anstieg am Belchen entlang auf das Wiedener Eck. Das Ziel in Münstertal war dann nur noch eine wirklich traumhafte Abfahrt entfernt. Glücklich kehrten wir nach 12 Stunden an den Ausgangspunkt zurück.

Nach 9:25 Stunden in Bewegung, 176 KM, berauschendem Topspeed von fast 90 km/h und enttäuschendem Schnitt von gut 18 Km/h waren wir trotzdem stolz auf das Erreichte.

Und hungrig! Und durstig! Und noch mehr durstig! Und durstiger!!! Und haben gepennt wie Bewusstlose… Ein Wochenende wie es sein soll ;-)   Ob wir’s noch mal mache – erst mal abwarten…                                                    Olli Enn mit Mike O., Chris Black + Katjusha-Piotr

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Einstand nach Maß 

oder ,Gott segne den Grünstreifen´

Am vergangenen Wochenende standen für mich direkt die ersten 2 Rennen im neuen Teamdress an. Vorgesehen war direkt ein Doppelstart mit einer Tageslizenz und in der Jugend Hobbyklasse - also ein strammes Programm. Das Lizenz Rennen 5 Runden á 6,1 km, verlief in einem völlig neuem Umfang für mich - Rundkurs, Gefahrenstellen und ein relativ kleines, dafür aber sehr gut besetztes Feld. Dank des vorherigen Trackchecks wusste ich zum Glück genauestens über die Gefahrenstellen Bescheid.

 

Gott segne den Grünstreifen:

So ging es dann aufgeregt wie seit langem nicht mehr, los. Die erste Runde wurde noch relativ relaxt gefahren, heißt - Pulsbereiche absolut im Rahmen. In der zweiten Runde dann direkt das ,Worst case Szenario` - Sturz vor mir. Zum Glück konnte ich weitestgehend runter bremsen und über den Lenker in den Grünstreifen ausweichen. Zum Glück.. kann man sagen.. Nun war mit ein paar weiteren Fahrern die Aufholjagt angesagt - diese kostete viele Körner, da diese sich weitestgehend zurückhielten. Als ich es endlich wieder geschafft hatte- ranzufahren, begann das Chaos mit den Fahrern der Hobby-Wertung. Ab diesem Zeitpunkt musste ich kämpfen um nicht komplett abgehängt zu werden.. Den Kampf hatte ich gewonnen -so ließ ich mich im hinteren Teil des Feldes locker ins Ziel rollern.  Naja... immerhin weiß ich jetzt, in welchen genauen Bereichen ich übern Winter besonders trainieren muss um 2018 anzugreifen...!

Einstand nach Maß:

Ca. 30 Minuten später stand der Start der Hobbyklasse auf dem Programm. Den Start hatte ich fast verpasst.. -schon mal semigut.. Nach zwei Antritten konnte ich mich auf der Hälfte der Strecke lösen und ungefährdet mit 1 Minute Vorsprung den Erfolg genießen. EIN Tageserfolg war also unter den Rufen der neuen Kameraden gesichert!

Mit diesen neuen Eindrücken im Gepäck kann die neue Saison 2018 kommen!

 

bis Dahin

Lukas

 

 

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Nachtrag Rennen Winterberg:

Am Sonntag 27.08.17 ging es für mich ins Sauerland, ok ok die Starterliste vermittelte sofort, dass ich im relativ kleinen Feld (50 Mann) mit Abstand der Jüngste war. Trotz meines Formtiefs setze ich mir allerdings trotzdem das Ziel – ganz vorne mit dabei zu sein. Gesagt, getan…

Die ersten der 52 km die mit recht vielen 850hm bestückt waren, verliefen ruhig. An der ersten Steigung auf Höhe des Kilometers 10 setzte ich meine Attacke. Es konnten direkt 5 Fahrer nachsetzten. Leider unterlief mir dort ein ANFÄNGERFEHLER, da ich zuerst zu viel Kraft in die Führungsarbeit verschwendete und im Anschluss die weiteren 5 Fahrer nach einer weiteren Tempoverschärfung ziehen lassen musste. Ich probierte nun in einer Verfolger Gruppe die Lücke zu schließen – dies gelang uns allerdings in den folgenden Kilometern nicht… Im Abschließenden Zielsprint konnte ich weitere Fahrer hinter mir lassen, damit belegte ich den 10. Platz.

Abschließend kann nur gesagt werden, dass man NUR aus Fehlern wirklich lernt.- So etwas wird mir nun sicherlich nicht nochmal passieren.

10. Platz Gesamtwertung

Lukas

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Endurothon Schierke - Medium Track 26.08.2017 oder "Kill das Trauma"


Abonnenten und aufmerksame Leser unserer Seite (also eigentlich nur wir vom BRT) werden sich evtl. noch vage an meine letzte Tortur beim Endurothon 2016 erinnern. Leichtsinning und bei sengender Hitze hatte es mir in der letzten Runde komplett den Stecker gezogen, so daß ich mich erstmal Krampf geschüttelt an den Rand legen durfte, um letztendlich die von Siggi in 2015 aufgestellten 2:06 h mit 2:23 h klar zu verfehlen. Schmerzhaftes Lehrgeld!


So rollten Volker und ich im BRT Mobil am Samstag bei top Bedingungen Richtung Harz, mit, zumindest bei mir, immer einer Portion Respekt und Demut im Hinterkopf. War ich letztes Jahr noch auf Siggis 26er als Exot unterwegs, so stimmte mich dieses Jahr mein 29er etwas optmistischer, daß etwas weniger Schläge aufgrund der harten Trails meinen Körper zermürben. Dennoch war mein Plan, die erste Runde zunächst lockerer anzugehen, um mich dann hinten raus zu steigern.

Das klappte auch ganz gut, der Rhythmus war schnell gefunden, dennoch blieb ich immer spürbar unter max. Last. Die Trails fluppten erste Sahne und machen einfach unglaublich Bock. Vermutlich von Tränen gerührt beschlug dann im langen Anstieg auf der Betonpiste meine Brille. Als ich diese ins Trikot stecken wollte, fiel Sie mir runter - Dreck. Schnell rechts ran gefahren, Bike ins Gras gefeuert, ebenso "Vorsicht" Rufe in Richtung Verfolgerquartett. Ich hörte nur noch "Achtung", "Achtung", "Achtung", "Scheiße, sorry, ey" und schon war meine schöne Oakley ein 5er Bausatz - läuft. Also alles eingesammelt und grummelig in die Pedale getreten. Quartett vor dem Wurzeltrail eingesackt und schließlich mit 40 Min und n paar Zerdrückten die erste Runde beendet - nicht schlecht - war ich zu schnell? Die zweite Runde lief prima und hat richtig Bock gemacht. Was sagt der Körper? Alles bestens bis auf Rückenziehen - bin ja auch ein Jahr älter geworden diese Woche ;-) . Die Abfahrten im Harz laden halt nicht zum Entspannen ein. Dennoch war ich mit 42 Minuten für die 2. Runde voll im Plan und nahm etwas Tempo raus, wollte ich doch krampffrei ins Ziel kommen.

Meine Beine waren trotz 4h Schlaf noch gut, so daß ich nach Passieren der letztjährigen Schlüsselpassage das Tempo wieder steigern konnte. Kein Rennen ohne vernünftigen Zweikampf kurz vor dem Ziel. Die Attacke konnte ich durch einen beherzten Uphill-Sprint abwehren und rollte mit 2:04 (41 km, 1100 hm) ziemlich zufrieden als 7. AK durchs Ziel. Platz 4 war nur 3 Minuten entfernt.

Mit der Erfahrung werde ich nächstes Jahr etwas aggressiver ins Rennen gehen, übrigens mit Oakley Brille, die ich wieder zusammensetzen konnte und nur einen kleinen Kratzer davon getragen hat. Fazit: Einfach nur geil und nächstes Jahr wieder - aber bitte ohne Schierker Feuerstein in der Startertüte - pfui Spinne.


Dirk

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Endurothon Schierke – Heavy-Track am 26.08.2017

oder: „Gleich biste da, dann haste gewonnen!“

Summertime = Endurothontime, d.h. endlich wieder Gelegenheit sich die Kante zu geben. Am vergangenen Samstag war ich also mal wieder (zum inzwischen sechsten Mal) in Schierke, um am ebenso beliebten wie legendären Endurothon teilzunehmen. Natürlich auf dem Heavy-Track, alle anderen Strecken-Angebote sind nur Zierrat und kommen mir hier nicht in den Starterbeutel.


Nachdem die Wettervorhersage in der Woche vor dem Rennen etwas unentschlossen immer wieder Regen prognostiziert hat, kam tatsächlich sowas wie Spannung auf. Angekommen in Schierke präsentierte sich der Sommer für einen Wettkampf dieser Kategorie dann aber von seiner allerallerallerbesten Seite: Leicht bewölkt, nicht zu warm und vor allem: Trocken! Gerade der letzte Punkt ist für die berüchtigten Wurzelabfahrten nicht zu vernachlässigen.


Wie geplant ging es nach üblichen pre-Start-Gesprächen um 9:30 auf die Strecke und in die erste Runde. Da sich hier das Feld naturgemäß noch dicht auf der Pelle hockt, ist in den Rumpelpumpel-Abfahrten etwas Vorsicht und Geduld angesagt. Und weil man natürlich auch schon weiß, was noch kommt, nimmt man die Rampen bergauf noch nicht mit Vollschmackes. So konnte ich mit Olaf Flechtner von den Peiner MTB-Eulen am Hinterrad gemütlich die erste Runde drehen. In einer der bereits erwähnten Wurzelabfahrten hat er mit seinem vollgefederten Rad dann allerdings mal kurz die Bremsen auf gemacht, so dass ich, nach mehr Kontrolle über die eher vom Rad gewählte Fahrlinie lechzend, nur neidisch hinterher schauen konnte. Was danach kam war dann leider wenig erfreulich, denn ich konnte die Lücke, die sich durch diese technische Überlegenheit auftat, nicht einfach wieder zu fahren. Hmmm, da war ich in der ersten Runde wohl doch etwas über meinen Verhältnisse unterwegs gewesen und so musste ich die zweite Runde mehr oder weniger alleine unter die Räder nehmen.


Ja, die zweite Runde in Schierke: Was für ein Fest! Die Menschenansammlungen der ersten Runde haben sich aufgelöst, die Beinmuskulatur ist noch nicht völlig zerstört und der Kopf zeigt noch keine Unterzuckerungssymptome. Zusätzlich weiß man ja schon aus der ersten Runde, wie die Strecke beschaffen ist. Und diese Mischung ergibt dann ein wahres Trailfest. Herrlich, einfach wunderbar! So war dann zwar der Olaf entwischt, aber ich konnte dadurch ganz stressfrei das einmalige Harzgeläuf genießen. Bei derlei Gelegenheit bin ich dann jedesmal wieder überrascht darüber wieviel Misshandlung so ein Race-MTB hinzunehmen in der Lage ist. Im Vergleich zu echten Geländefahrrädern doch eher filigran aufgebaut, scheppert es eher unbeeindruckt von Durchschlägen von Reifen und Federung bei frontal genommenen Wackersteinen oder im Highspeed-Modus überflogenen Wurzelteppichen über und durch die Trails. Kurz zusammengefasst also: Die zweite Runde war ein Riesenspaß und wenn’s nach mir ginge würde ich in Schierke überhaupt nur noch zweite Runden fahren.


Es geht aber nich nach mir und deshalb kam dann nach der zweiten die dritte Runde. Bereits beim Verlassen des Ortes in den angrenzenden Wald munterte mich ein Streckenposten mit dem wohlmeinenden Kommentar „Gleich biste da, dann haste gewonnen!“ auf. Derart herausgefordert, was meine zu diesem Zeitpunkt des Rennens noch zur Verfügung stehende geistige Restkapazität anging, holperte ich dann in den ersten Trail. Und entweder lag es daran, dass ich durch die Verarbeitung des Gesagten abgelenkt war oder daran, dass die bereits genannten Unterzuckerungssymptome zu greifen begannen, jedenfalls war meine Linienwahl nicht mehr als ganz so souverän zu bezeichnen, wie dies der Olaf noch tat, als er das in der ersten Runde hinter mir fahrend bestens beurteilen konnte. Der Rumpelpumpel-Trail wurde dann jedenfalls genau das was ihm seinen Namen verschafft hat. Der Genuss von Runde zwei war dahin, … leider. Auch bei den Rampen stellt sich die Frage nach der Wahl des Bergaufmodus (Vollschmackes, oder doch eher gemäßigt?) nur noch hypothetisch. Zur Wahl stand hier nur noch „Hauptsache hoch, … irgendwie“. Und so kam ich dann irgendwann zum dritten Mal im Schierker Stadtpark an, um diesmal frei von jedwedem Endspurt-Stress (siehe Rennberichte der letzten Jahre) ins Ziel zu rollen. Erfreulicher Nebeneffekt: Eine Ankunft auch ohne Oberschenkelkrämpfe! Es gab also kein Mutti-Gewinsel von mir und so hat der Streckenposten doch recht behalten: Ich habe gewonnen! Zwar nicht das Rennen, aber den Kampf gegen den Krampf.


Fazit: Schierke aus dem Rennkalender zu streichen wird mir so schnell wohl nicht gelingen.


Ergebnisse:

Vokkar: 4. AK / 22. Gesamt (Heavy)
Dirk: 7. AK / 26. Gesamt (Medium)


Vokkar

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Erstellt von Bornekamp Racingteam